Körpersprachliche Suggestionen

Neulich habe ich einen interessanten Bericht gelesen: ein Bekannter des Autors hat am Großglockner auf der Franz Josef Spitze eine Jausenstation. Normalerweise verkaufte er so zwischen zwei- und dreitausen Essensportionen pro Saison. Dann hat er wohl ein sehr gutes Seminar besucht, denn von einem Jahr auf das andere verkaufte er an die zehntausen Portionen – Umsatz mehr als verdreifacht!
Wie hat er das gemacht? Was hat er auf diesem Seminar gelernt?
Nun, der Trick ist ganz einfach:
Der Hüttenwirt hat jedes Mal, wenn er eine Jaus’n serviert hat gefragt: “wollen Sie auch noch ein Hauswürstl dazu? Darfs noch ein Apfelstrudel sein? Nochwas zum Trinken?” usw.
Nach dieser Frage nickte er so lange mit dem Kopf, bis die Antwort kam – meistens ein “Ja.”
Die Technik ist so verblüffend einfach, wie wirkungsvoll. Man stellt eine Frage und nickt danach ganz leicht, kaum merkbar, mit dem Kopf. Oder man schüttelt ihn, wenn man auf ein “Nein” aus ist.
“Tante Frieda, möchtest du nicht noch ein wenig länger bleiben? (leichtes, für Tante Frieda unmerkbares, Kopfschütteln) Nein? -Oh, wie schade.”
Mit einfachem Nicken oder Kopf schütteln kann man unerhört viel suggestive Einflussnahme bewirken. Das funktioniert deshalb so gut, weil körpersprachliche Signale analog vom Unterbewusstsein des anderen aufgenommen werden und wir Menschen dagegen keinen Filter eingebaut haben. Eine Suggestivfrage hingegen kann man leicht erkennen und bewusst darauf reagieren, oder auch falsch verstehen.
Wenn der Kunde noch nicht sicher ist, ob er dein Angebot annehmen soll, und du nickst, dann hast du gute Karten.
Drei Punkte sind dabei wesentlich:
1. Die körpersprachliche Suggestion soll nicht geimeinsam mit einer Suggestivfrage gestellt werden. Das wäre zu plump und zu offensichtlich.
2. Man muss in die Pause nach der Frage hineinnicken, und zwar so lange, bis die Antwort kommt. Denn währen der Gesprächspartner im inneren Dialog ist(“..soll ich, soll ich nicht…”) befindet er sich in einem Trancezustand und nimmt die Suggestion daher leichter an.
3. Das Nicken oder Kopfschütteln sollte nur sehr leicht ausgeführt werden, kaum merkbar. Denn, wer lässt sich schon gern bewusst beeinflussen?

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