Im Reich der Sinne – die Programmiersprache des Unterbewusstseins

Unsere Sinnlichkeit kann man tatsächlich als die Programmiersprache des Unterbewusstseins nutzen. Doch bevor Sie weiterlesen, möchte ich Sie bitten, folgende Fragen zu beantworten (wenn Sie keine Antworten wissen, dann raten Sie einfach). Und schreiben Sie Ihre Antworten auf.

Frage Nr. 1: Wie viele Sinne besitzen wir Menschen?

Frage Nr. 2: Was bedeutet „V.A.K.O.G.“?

Frage Nr. 3: Wozu verwenden wir unsere Sinneseindrücke?

Haben Sie’s gemacht? Haben Sie Antworten gefunden und aufgeschrieben? Nein? Dann tun Sie es jetzt! Letzte Chance! So wird’s nämlich interessanter!

Und jetzt weiter im Text:

Wir orientieren uns in der Welt über unsere fünf Sinne. Unsere Sinnesorgane nehmen Signale auf und geben Sie an das Gehirn weiter. Dort werden diese verarbeitet und an unser Bewusstsein weitergegeben. Es entsteht eine innere Repräsentation von der Welt „da draußen“. Diese Repräsentation halten wir im Allgemeinen  für die Realität. Je nachdem, zu welchen Ergebnissen die neurologische Verarbeitung des Gehirns führt, fühlen wir uns wohl oder unwohl, entspannt oder gestresst in dieser, von unserem Gehirn erzeugten, Wirklichkeit.  Merke: es ist nicht die tatsächliche Wirklichkeit, sondern nur ein Modell der Realität, das wir in unserem Kopf erschaffen haben. Die „wirkliche“ Wirklichkeit jedoch können wir gar nicht vollständig erfassen, denn dazu reichen die Möglichkeiten unseres Gehirns nicht aus. Trotzdem haben wir den Eindruck, das wir die komplette Realität erfassen und dass diese genauso ist, wie unser Gehirn uns das weismacht. Man kann zu Recht sagen, wir befinden uns in einer immerwährenden Trance, einer „Realitätstrance“. Dieser Realitäts-Entstehungsprozess, an dessen Beginn unsere Sinneseindrücke stehen, spielt sich ständig ab.
Und das können wir nutzen, um unser Gehirn zielgerichtet zu programmieren.
Wie das geht? Ganz leicht, ich erkläre es weiter unten. Zunächst wollen wir einmal klären, welche Sinne wir haben und was wir damit machen können.

Unsere Sinne (Modalitäten): V. A. K. O. G.

V visuell, optisch, sehen, Augen
A auditiv, akustisch, hören, Ohren
K kinästhetisch, körperlich, spüren, fühlen, Tastsinn
O olfaktorisch, riechen, Geruchssinn
G gustatorisch, schmecken, Geschmacksinn

  • Antwort auf Frage Nr.  1: wir (Menschen) haben fünf Sinne.
  • Antwort auf Frage Nr. 2: Die Anfangsbuchstaben dieser Sinne ergeben das Akronym V.A.K.O.G.
  • Antwort auf Frage Nr. 3: Wir verwenden unsere Sinneseindrücke um uns ein Modell der Wirklichkeit zu machen.
Link zu NLPedia

Die Untereigenschaften unserer Sinne (= Submodalitäten)

Untereigenschaften oder Submodalitäten sind die feinen, subtilen Unterscheidungen, die wir in jedem Wahrnehmungssystem treffen: die Unterscheidung, die den Unterschied ausmacht.
Was als Untereigenschaft definiert wird, hängt von der Unterscheidungsfähigkeit von uns Menschen ab.
Typische visuelle Submodalitäten sind z.B. die Helligkeit, Größe, Farbe und Schärfe visueller Vorstellungen.
Typische akustische Untereigenschaften sind die Lautstärke, die Tonhöhe, der Rhythmus und das Tempo von auditiven Wahrnehmungen.
Kinästhetische Submodalitäten sind Temperaturempfindungen, der Ort von Gefühlen im Körper, ihr Rhythmus oder ihre Bewegung, etc..

Visuelle Untereigenschaften (Submodalitäten):

  • wo: links – rechts – oben – unten – in der Mitte
  • groß –klein
  • nahe – fern
  • schwarzweiß – farbig
  • bewegt (Film) – unbewegt (Foto)
  • in einem Rahmen begrenzt – unbegrenzt
  • kontrastreich – verschwommen
  • zweidimensional – dreidimensional
  • Farben: rot – grün – blau – schwarz – braun – pink – orange – lila – violett – grau – etc …

Auditive Untereigenschaften (Submodalitäten):

  • Ton – Geräusch – Klang – Musik – Worte
  • Woher: links – rechts – in der Mitte, vorne – hinten, oben – unten
  • laut – leise
  • schrill – dumpf
  • angenehm – unangenehm
  • nahe – fern
  • tief – hell
  • bei Worten: schnell oder langsam gesprochen
  • mit Stimme oder stimmlos (geflüstert)
  • Stimmart: männlich oder weiblich oder Kunststimme (Micky Maus, Speedy Gonzales …)
  • befehlend – erlaubend – betörend – weinerlich – lachend- bestimmt – anklagend

Kinästhetische Untereigenschaften (Submodalitäten)

  • wo im Körper
  • kalt – warm
  • trocken – nass
  • stark – schwach
  • rau – glatt
  • spitz – stumpf
  • schwer – leicht
  • angenehm- unangenehm
  • was für ein Gefühl: Druck, Stechen, Kitzeln, Spannung, Schwere, Leichtigkeit,…

Olfaktorische Untereigenschaften (Submodalitäten):

  • aus welcher Richtung?
  • wonach?
  • angenehm – unangenehm
  • stark – schwach
  • schwer – leicht
  • natürlich – synthetisch

Gustatorische Untereigenschaften (Submodalitäten):

  • wonach schmeckt es?
  • salzig – süß – sauer – bitter
  • angenehm – unangenehm
  • köstlich – grauslich
  • intensiv – schwach
  • würzig – lind

Also, wie können wir das für uns nutzen?  Wie gesagt, ganz leicht.

Die Programmiersprache des Unterbewusstseins: 

Unsere Sinne und deren Submodalitäten, genauer gesagt, deren innere Repräsentation, bestimmen ganz stark unsere Gefühle, Emotionen und Werte. Damit meine ich, es ist ausschlaggebend, wie wir die Dinge innerlich (meist ohne dass es uns bewusst ist) sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen.

Zunächst begeben Sie sich in einen möglichst entspannten Zustand. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Wenn Sie wollen, können Sie gerne folgende Methode anwenden:

Stellen Sie sich vor, Sie wären an einem wunderbaren Ort der Ruhe und Entspannung. Ein Ort der speziell dafür geschaffen wurde, sich wohl zu fühlen, zur Ruhe zu kommen, angenehme Gefühle zu haben. Es ist Ihr individueller „Wohlfühlort“. Jedesmal wenn Sie hier sind erholen sie sich, Sie tanken Kraft und Energie.
Bitte gehen Sie nun Ihren V.A.K.O.G durch:

Visuell: was ist an diesem Ort zu sehen? Farben, Formen, Gegenstände, Lebewesen, etc… beachten sie auch die Untereigenschaften: wie hell, wie groß, bewegt oder stillstehend?

Auditiv: was hören Sie? Klänge, Geräusche, eine Stimme? Wie laut wie weit weg? Welcher Tonfall, aus welcher Richtung, etc…

Kinästhetisch: was spüren Sie? Stehen Sie, liegen Sie? Wie weich ist der Untergrund? Wie warm ist es? Wie fühlt es sich an, wenn der Wind sanft über ihre Haut streicht? Was fühlen Sie noch?

Olfaktorisch: Gibt es einen Geruch? würzig oder eher süß? Ein natürlicher Duft, oder eher ein Parfum?

Gustatorisch: Was können Sie schmecken? Salzig, bitter, süß oder sauer? Wonach schmeckt es? Wie intensiv? Oder ist vielleicht momentan kein Geschmack vorhanden?

Wenn Sie all die Sinneseindrücke an Ihrem Wohlfühlort in Gedanken durchgegangen sind, werden Sie merken, dass Sie nun ziemlich gut entspannt sind.

Und nun können Sie die VAKOG-Technik einsetzen, um verschiedene Dinge oder Situationen anders, bzw. neu zu erleben. So wie es besser und nutzvoller für Sie ist. Wie genau entscheiden Sie natürlich selbst. Nehmen wir folgendes Beispiel:

Weil Sie für Ihr Gewicht etwas zu klein geraten sind, möchten Sie sich gesünder ernähren. Ihr (bisheriges) Problem ist Ihre Lieblingsspeise. Der können Sie einfach nicht widerstehen. Das soll sich jetzt ändern:

Stellen Sie sich einmal ihre Lieblingsspeise vor. Wahrscheinlich sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge ein farbiges Bild, relativ groß und deutlich und klar. Wenn Sie dabei auch etwas hören, so ist es vermutlich in einer angenehmen Lautstärke, etwas Gesprochenes ist deutlich zu verstehen, der Inhalt erfreulich. Sehr wahrscheinlich haben sie den Geschmack auf der Zuge und können klar zwischen gen einzelnen Geschmacksrichtungen unterscheiden.
Auch den Geruch können Sie deutlich wahrnehmen.
Alles zusammen führt zu einem angenehmen inneren Empfinden. Möglicherweise bekommen Sie jetzt sogar Appetit. Sie können vorwegnehmen, wie gut Sie sich beim Essen der Lieblingsspeise fühlen werden.

Und nun stellen Sie sich Ihre Lieblingsspeise noch einmal vor, aber diesmal anders. Das innere Bild machen Sie bitte kleiner und schwarz/weiß, vorwiegend in Grautönen. Stellen Sie sich das Bild unscharf vor, so dass man es nicht gut erkennen kann.
Geben Sie unangenehme Töne dazu, viel zu laut, oder viel zu leise. Lassen Sie eine unsympathische Stimme in einem vorwurfsvollen Ton etwas dazu sagen.
Ich glaube, ich brauche es nicht weiter ausführen …
Sie merken, dass sich ein unangenehmes Gefühl einstellt, Ihnen vergeht der Appetit, die Speise wird Ihnen zunehmend egal, oder Sie Sie finden sie sogar anwidernd.

Das war nur ein Beispiel dafür, wie sich durch die Art unserer inneren Vorstellung unsere Bewertungen bestimmen. Das bedeutet, wenn wir die Art unserer inneren Vorstellung, also die Art unserer inneren Repräsentation der Wirklichkeit verändern, verändern wir auch unsere individuelle Wirklichkeit. Im NLP-Jargon sagen wir dazu: Änderung der Submodalitäten. Die köstliche Sachertorte wird zu einer grauslichen Kalorienbombe.

Wenn wir das das erste Mal getan haben, haben wir vielleicht zum ersten Mal eine Sachertorte als abstoßend erlebt. Diese Erfahrung kann uns niemand mehr nehmen. Je öfter wir nun diesen Prozess wiederholen, desto mehr gewöhnt sich unser Unterbewusstsein daran, unsere Lieblingsspeise mit negativen Empfindungen zu verbinden. Nach einiger Zeit geschieht das automatisch, wir haben uns selbst den Appetit daran verdorben.

Eine zweite Möglichkeit, diese Programmierung vorzunehmen, ist es, starke Emotionen dazuzugeben. Wenn es Ihnen gelingt, diesen Vorgang mit außergewöhnlich starken negativen, oder positiven Emotionen zu verknüpfen, dann können Sie sich sehr schnell unerwünschtes Verhalten abgewöhnen, aber natürlich auch gewünschtes Verhalten angewöhnen. Obst und Salat werden zu Ihrer Leidenschaft, Sport und Bewegung zur Begeisterung.

Wir haben also die Möglichkeit, unser Unterbewusstsein selbst zu programmieren. Unsere Sinne und die Veränderung deren Submodalitäten ist die Programmiersprache dazu. Was sich bisher ohne unser Wissen abgespielt hat, können wir nun bewusst steuern. Herzlichen Glückwunsch! Wieder ein Schritt näher zu einem selbstbestimmten Leben.

Natürlich muss man das üben, am besten unter fachkundiger Anleitung. Wie man einen Computer programmiert, haben Sie ja auch nicht von heut auf morgen erlernt, nicht wahr?

Link zu: Barometerfrage

Seitentitel: Sinnlichkeit – die Programmiersprache des Unterbewusstseins

 

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